eingestellt von Skifieber

Arne / 2010: Reisebericht Oberstdorf

Urlaub in Oberstdorf ist abwechslungsreich und bietet für Jung und Alt gleichermaßen viele Möglichkeiten. Wer von München kommend auf der neu ausgebauten Strecke von Kempten kommt, dem bietet sich ab der letzten Ampel in Fischen das Alpenpanorama. Man merkt es als Autofahrer, weil der Verkehr deutlich langsamer wird. Das hält jedoch nicht auf, sondern vermittelt den Mitreisenden schon ein Vorgefühl auf die sich bietenden Möglichkeiten des größten zusammenhängenden Skigebiets Deutschlands. Mit Nebelhorn, Fellhorn, Kanzelwand und Walmendingerhorn stellen sich gleich vier große Skigebiete dem fahrerischen Können der Urlauber. Mit Strecken von rot bis schwarz, Fun-Park für Snowboarder und Hochgeschwindigkeits-Messstrecke ist alles dabei, woran sich der begeisterte Skifahrer messen kann.

Das Hotel Alpenhof nah an der Innenstadt von Oberstdorf ist zentral genug gelegen, um auch Abends im Wellnessbereich seinen Skiurlaub zu genießen. Die Zimmer bieten gehobenen Standard und alles, was der Durchschnittsurlauber braucht, wenn er nicht gerade ein Stubenhocker ist. Einkaufsmöglichkeiten haben Urlauber in jeder Preisklasse. Wer im Urlaub eine Rolex will oder sich im Bogner-Laden neu kleiden möchte, kann dies genauso tun, wie der Wohnmobil-Tourist, der seinen täglichen Bedarf bei einigen bekannten Lebensmittel-Ketten deckt. Zum Herumsitzen oder Fernsehen ist der Urlaub in Oberstdorf jedoch zu Schade; deshalb geht es ab auf die Piste.

Mit 55€ für einen 2-tägigen Wochenendtrip auf der Piste beginnt die Preisliste, womit man an allen Bahnen und Skiliften in Oberstdorf und dem Kleinwalsertal das alpine Skivergnügen genießen kann. Günstiger wird es ab 155€ für einen 7-Tage-Pass, der in der Hochsaison jedoch 205€ kostet. Dafür bekommt man trotz des dörflichen Charakters von Oberstdorf mehr als 100km präparierte Pisten in jedem Schwierigkeitsgrad, 20 km schwere Pisten und zahlreiche Tiefschneeabfahrten für Könner.

Der Tipp unter den Oberstdorfern ist jedoch der Sonntag am Walmendingerhorn in Mittelberg im Kleinwalsertal. Mit dem Auto fährt man etwa 20 min. bis nach Mittelberg und kann direkt an der neuen Talstation parken. Mit 3€ Parkgebühren für den ganzen Tag ist dies vergleichsweise günstig, da der Parkplatz bewacht ist. Auf der Gipfelstation (1996m) angekommen erblickt das Auge bereits den riesigen Windfang der Gipflstuba für Sonnenanbeter (Decken und Liegen kostenlos). Die Pisten sind langläufig, teils steil, mit Buckelpiste und jederzeit bestens präpariert. Hier macht Skifahren für die ganze Familie Spaß. Zwischendurch bekommt man in Max‘ Hütte für bescheidene 2,50€ einen halben Liter Kakao mit echter Kuhmilch zum Aufwärmen oder einen Riesen-Leberkäs-Semmel, und kann auf der Sonnenterrasse den anderen Skifahrern zuschauen. Ab der Mittagszeit wird es hier voll und man zieht sich als Kenner des Gebietes aus dem Treiben auf der Piste zurück und genießt auf der Gipfelstation im Windfang das herrliche 3-Länder-Panorama D, A, CH.

Möchte man noch weiter Skifahren, kann man von der Talstation mit dem Auto in 5 min. zurück Richtung Oberstdorf an der Kanzelwand in Rietzlern halt machen. Auch hier fährt man in das Skigebiet auf ca. 2000m mit einer Gondel für etwa 100 Personen. Hier bietet sich das größte zusammenhängende Skigebiet, wobei man die Pisten von Kanzelwand in Österreich und Fellhorn in Deutschland befährt. Das Gipfelrestaurant am Fellhorn ist so ziemlich das Beste, was man sich als hungriger Gast vorstellen kann. Kulinarische Spezialitäten von der obligatorischen Dampfnudel (4€) über Spaghetti bis zur großen Schweinshaxe mit Semmelknödel für 8,60€ mit dem krönenden Abschluss vom heißen Strudel mit Vanillesauce verwöhnen hier jeden Gast. Die Speisen werden alle täglich vom engagierten Personal frisch zubereitet. Es macht Spaß zuzuschauen, wie die Haxen am Wochenende von Bernd, dem Haxenbrater von Könnerhand zubereitet und mit lockeren Sprüchen serviert werden. Die Terrasse für ca. 1000 Gäste lässt keine Wünsche nach herrlichen Ausblicken auf die Pisten und dem atemberaubenden Alpenpanorama offen.

Wer Lust hat, der fährt zum Schluss eine abwechslungsreiche Talabfahrt zur Fellhorn Talstation und lässt den Autofahrer von Rietzlern aus nachkommen. Der Shuttle-Bus fährt alle 20 Minuten nach Oberstdorf zurück. Nach einer heißen Dusche und einem guten Abendessen geht’s zum Apre-Ski in die „Traube“ in Oberstdorf. Freunde von heißen Rhythmen und langen Nächten kommen hier voll auf Ihre Kosten. 3 min. zu Fuß weiter geht es urgemütlich in der Dampfbierbrauerei zu, bei der täglich Live-Musik gespielt wird und die ein- oder andere Bekanntschaft gemacht werden kann.

Wenngleich Oberstdorf ein wenig teurer und exklusiver scheint als das Stubai-Tal, so trifft man hier jedoch bodenständige Leute, die alle Spaß am gepflegten Ski-Urlaub haben und bei Bedarf auch mal „die Sau raus lassen“ können. Ski Heil!

Veröffentlicht von Skifieber am 6. Oktober 2010 in Österreich, , , . Kommentare zu diesem Beitrag können Sie über den RSS - Feed verfolgen.

Die Kommentarfunktion wurde nach Ablauf von 30 Tagen deaktiviert